Adebar
Storchensiedlung Oetwil am See / 3. Rang
Die neue Siedlung entwickelt die ortstypische Struktur weiter und setzt auf eine starke Verzahnung mit dem baulichen, landschaftlichen und sozialen Kontext. Klare Adressen und fein austarierte Aussenräume schaffen Orientierung und Identifikation. Im Zentrum des Entwurfs steht das Konzept der „Möglichkeitsräume“: unbeheizte, vorgelagerte Wintergärten, die nicht zur Ausnützungsziffer zählen – und dennoch räumlichen, ökologischen und sozialen Mehrwert erzeugen. Sie wirken als thermische Pufferzonen, verbessern das Mikroklima, bringen Tageslicht tief in die Erschliessung und senken die Betriebskosten. Als flexible Räume – von Atelier über Musikzimmer bis Hausaufgabenraum – reagieren sie auf wechselnde Lebensrealitäten. Gleichzeitig entstehen Orte informeller Begegnung, die die Nachbarschaft stärken. Das Konzept versteht Wohnen als dynamischen Prozess: ein robustes System, das neue Wohnqualitäten schafft, Spielräume im Baurecht nutzt und auf zukünftige Entwicklungen reagieren kann. Die Architektur stärkt den gemeinschaftlichen Charakter der Siedlung, ohne die Privatheit zu vernachlässigen. Durch gezielte Blickbezüge entsteht ein ausgewogenes Verhältnis von Rückzug und Teilhabe. So trägt das Projekt zur sozialen Durchmischung und langfristigen Identitätsbildung bei.